Vielleicht kennst du das:
Du betrittst den Gruppenraum, überall wuseln die Kinder – und du spürst sofort, wie unterschiedlich ihre Bedürfnisse heute sind.
Die einen brauchen Bewegung, die anderen Rückzug. Manche „fordern“ dich mit 1000 Fragen, andere sitzen still in der Bauecke und wirken irgendwie abwesend.
Und du denkst dir:
„Wie schaffe ich es, alle mitzunehmen? Wie kann ich spielerisch fördern, ohne dass es nach ‚Förderprogramm‘ aussieht?“
Genau hier kann liebevoll ausgesuchtes Fühlspielzeug, kombiniert mit großen Steckbausteinen und Klang-Elementen, wahre Wunder wirken.
Mit ein paar gut durchdachten Stationen eröffnest du den Kindern kleine Sinneswelten, in denen sie:
- sich ausprobieren,
- runterkommen,
- Spaß haben
- und ganz nebenbei ihre Feinmotorik, Sprachentwicklung und Kreativität stärken.
In diesem Artikel schauen wir uns an, wie du mit großen Bausteinen (ähnlich riesen lego steine), Klangspielzeug, Fühlmaterialien und ersten Montessori Buchstaben eine Umgebung schaffst, die sich für Kinder wie ein Abenteuer – und für dich wie eine echte Entlastung – anfühlt.
Warum Fühlspielzeug in der Kita so viel mehr ist als „nur nett zu haben“
Du sitzt mit den Kindern auf dem Teppich. Vor euch eine Kiste voller Fühlbausteine: glatt, rau, genoppt, weich, kühl, warm.
Kaum öffnest du die Kiste, werden Augen größer, Hände schneller, Stimmen lauter:
- „Der ist kalt!“
- „Der fühlt sich an wie ein Stein!“
- „Der macht Geräusche im Wasser!“
Fühlspielzeug macht etwas ganz Wichtiges:
Es holt Kinder dort ab, wo Lernen beginnt – mit den Sinnen.
Was Fühlen mit Lernen zu tun hat
Kinder begreifen ihre Welt wortwörtlich mit den Händen. Wenn sie Materialien ertasten, drücken, tragen, stapeln und wieder umstoßen, passiert gleichzeitig eine Menge:
- Die Feinmotorik wird trainiert (Greifen, Halten, Drehen, Stecken).
- Die sensorische Wahrnehmung wird geschärft (unterschiedliche Oberflächen, Gewicht, Temperatur).
- Die Sprachentwicklung wird angeregt („rau“, „weich“, „kalt“, „leise“, „laut“…).
- Die Kinder lernen, sich zu konzentrieren und dranzubleiben.
Wenn Fühlspielzeug dann noch robust, schadstofffrei und nachhaltig ist, kannst du es mit gutem Gefühl täglich nutzen – in der Krippe genauso wie im Elementarbereich.
Multisensorische Stationen: Wenn Bauecke, Fühlspielzeug und Klangspielzeug zusammenkommen
Stell dir vor, eure klassische Bauecke wird zur Sinnesbaustelle:
- Große Steckbausteine in verschiedenen Farben bilden Mauern, Tunnels und Podeste.
- Dazwischen liegen Fühlsteine, die verschieden strukturiert sind.
- An manchen Bausteinen hängen kleine Elemente aus Klangspielzeug, die bei Bewegung leise tönen oder klackern.
Die Kinder bauen nicht nur – sie erleben mit allen Sinnen.
Was große Steckbausteine hier so besonders macht
Großformatige Spielbausteine (ähnlich riesen lego steine) bringen viele Vorteile für deine Kita-Gruppe:
- Sie sind leicht zu greifen – schon für Kinder ab 12 Monaten.
- Sie sind stabil und belastbar – die Kinder können sich draufsetzen, balancieren, Brücken bauen.
- Sie werden in der Regel aus hochwertigem Polyethylen ohne Weichmacher und Lösungsmittel hergestellt – perfekt für den intensiven Alltagseinsatz.
- Sie unterstützen logisches Denken und kreatives Problemlösen („Wie wird das stabil?“, „Wie komme ich da drüber?“).
Wenn du diese Bausteine mit Fühl- und Klang-Elementen kombinierst, entstehen spielerisch multisensorische Lernlandschaften, die du immer wieder neu gestalten kannst.
Erste Montessori Buchstaben zum Anfassen: Sprache wird greifbar
Vielleicht fragst du dich:
„Sind Buchstaben für meine Gruppe nicht noch zu früh?“
Gerade bei jüngeren Kindern geht es nicht darum, dass sie schon lesen lernen. Es geht darum, dass Sprache und Schrift:
- sichtbar,
- hörbar
- und fühlbar werden.
Wie du Buchstaben spielerisch einbindest
Mit passenden Montessori-Sets oder Fühlbuchstaben kannst du ganz entspannt starten:
- Buchstaben im Bauraum verstecken
- Verstecke einzelne Buchstaben zwischen den Bausteinen und Fühlsteinen.
- Die Kinder „entdecken“ sie beim Bauen:
„Schau mal, das ist ein M wie Mama.“
- Buchstaben nachspuren
- Nutze Buchstaben mit tastbaren Konturen.
- Die Kinder fahren langsam mit den Fingern entlang – das stärkt gleichzeitig die Feinmotorik.
- Mit Klängen verbinden
- Kombiniere Buchstaben mit Klangspielzeug:
Ein leises Glöckchen erklingt immer, wenn ein bestimmter Buchstabe gefunden oder nachgefahren wird. - So verknüpfen Kinder Hören, Sehen und Fühlen.
Du schaffst damit erste, ganz lockere Berührungspunkte mit Schrift – ohne Leistungsdruck, eingebettet ins freie Spiel.
Drei einfache Stationen, die du sofort in deiner Kita umsetzen kannst
Du brauchst keine riesigen Umbauten, um mit multisensorischen Spielwelten zu starten. Schon kleine Ecken können viel bewirken.
1. Fühlpfad mit Bausteinen
- Lege eine Reihe großer Spielbausteine als Weg auf den Boden.
- Zwischen die Bausteine platzierst du verschiedene Fühlspielzeug-Elemente: weich, hart, genoppt, glatt.
- Die Kinder können:
- barfuß darüber balancieren (je nach Alter und Sicherheitslage),
- mit den Händen die Oberflächen abtasten,
- beschreiben, wie es sich anfühlt.
Fördert: Gleichgewicht, Körperwahrnehmung, Sprache (viele neue Adjektive!).
2. Klang- und Fühl-Turm
- Mit den großen Bausteinen bauen die Kinder einen hohen Turm oder eine „Sensorik-Säule“.
- An ausgesuchten Stellen fügst du Klangspielzeug und Fühlsteine ein:
- Teile, die leise rasseln, wenn sie bewegt werden,
- Strukturen, die sich besonders anfühlen (rau, gerillt, gepunktet).
- Beim „Umräumen“, Beklopfen und Balancieren erleben die Kinder ein Zusammenspiel aus Klang und Haptik.
Fördert: Grob- und Feinmotorik, Ursache-Wirkung-Verständnis, Konzentration.
3. Buchstaben-Baustelle
- In einem ruhigen Bereich legst du eine Decke aus.
- Darauf:
- einige große Bausteine,
- eine Auswahl an Montessori Buchstaben zum Fühlen,
- ein paar Fühlsteine.
- Idee:
- Die Kinder bauen „Häuser für Buchstaben“.
- Jeder Buchstabe darf in ein eigenes kleines Bauwerk einziehen.
- Du begleitest sprachlich: „Das ist das Haus vom L – es fühlt sich glatt an. Wer findet noch einen glatten Stein?“
Fördert: Erste Schriftkontakte, Wortschatz, sortierendes Denken, Kreativität.
„Aber ich habe doch nicht den ganzen Tag Zeit…“ – so integrierst du Fühlspielzeug entspannt in deinen Alltag
Vielleicht denkst du jetzt:
- „Das klingt toll, aber unser Alltag ist schon voll genug.“
- „Die Kinder prüfen unser Material echt auf Herz und Nieren – hält das überhaupt?“
- „Ich will nicht ständig aufpassen müssen, dass etwas kaputtgeht.“
Diese Gedanken sind völlig verständlich.
Gerade deshalb lohnt es sich, auf robustes, gut durchdachtes Spielzeug zu setzen.
Worauf du bei der Auswahl achten kannst
Damit Fühl- und Klangspielzeug wirklich zu deinem Alltag passt, helfen diese Punkte:
- Schadstofffreie Materialien
Kinder nehmen Dinge in den Mund, legen sich drauf, schleppen sie durch den Raum – je unbedenklicher das Material, desto entspannter kannst du begleiten. Hochwertiges Polyethylen ist speichelfest und frei von Weichmachern sowie Lösungsmitteln. - Langlebigkeit
Hochwertige Steckbausteine und Fühlmaterialien überstehen auch wilde Bautage, Wasser-Experimente und tägliches Aufräumen. - Modularität
Ideal ist Spielzeug, das du vielfältig kombinieren kannst:
Heute Bauecke, morgen Sinnesstation, übermorgen Bewegungsparcours. - Altersübergreifende Nutzung
Sets, die sich vom Krippenalter bis in den Vorschulbereich einsetzen lassen, sind nachhaltig – auch finanziell. Viele Montessori-Sets mit ESDA-Bausteinen sind genau dafür gemacht und altersgerecht ausgestattet.
Wenn du einmal ein paar gute Basiselemente angeschafft hast – große Bausteine, ein ausgewähltes Set Fühlspielzeug und etwas Klangspielzeug – kannst du sie immer wieder neu zusammenstellen. So entstehen ohne großen Aufwand ständig neue Anreize für die Kinder.
Nachhaltig spielen: Wenn Sinneserfahrungen und Werte Hand in Hand gehen
Kinder spüren sehr genau, wie wir mit Dingen umgehen.
Wenn sie merken, dass ihr Spielmaterial:
- wertig,
- stabil
- und liebevoll ausgewählt ist,
lernen sie ganz nebenbei:
- Dinge zu schätzen,
- sorgsam damit umzugehen
- und nicht alles als Wegwerfartikel zu betrachten.
Spielwelten aus robusten, schadstofffreien Materialien, die in Deutschland entwickelt und hergestellt werden, vermitteln also nicht nur Sicherheit, sondern auch ein Gefühl von Wertschätzung und Nachhaltigkeit.
Du zeigst den Kindern: „Wir achten gut auf das, womit wir spielen. Es ist für uns alle da – heute und morgen.“
Fazit: Kleine Sinnesinseln, große Wirkung – dein nächster Schritt mit Fühlspielzeug
Wenn du an deinen Kita-Alltag denkst, dann sind es oft die kleinen Momente, die bleiben:
- Ein Kind, das plötzlich ganz versunken eine strukturierte Fläche ertastet.
- Zwei Kinder, die gemeinsam einen Baustein-Tunnel bauen und dabei lachen, weil die Fühlsteine oder Strukturen darin so interessant sind.
- Das schüchterne Kind, das bei der Buchstaben-Baustelle auf einmal viel erzählen möchte.
Fühlspielzeug, kombiniert mit großen Steckbausteinen, Klangspielzeug und ersten Montessori Buchstaben, schafft genau solche Momente – und noch mehr:
- Es stärkt Feinmotorik und sensorische Wahrnehmung.
- Es öffnet Türen für Sprachentwicklung und Kommunikation.
- Es lädt Kinder ein, individuelle Lernwege zu gehen.
- Es vermittelt dir das gute Gefühl, mit nachhaltigen, sicheren Materialien zu arbeiten.
Wenn du einen ersten, machbaren Schritt gehen möchtest, könnte das sein:
- Eine kleine Fühl-Ecke einrichten – mit wenigen, ausgewählten Fühlsteinen oder einem Haptik-Set.
- Eure Bauecke erweitern – ein, zwei stabile XXL-Baustein-Sets ergänzen und schauen, was die Kinder daraus machen.
- Eine Buchstaben-Baustelle testen – an einem Vormittag mit kleinen Gruppen, ganz ohne Erwartungsdruck.
Du musst nicht alles auf einmal verändern.
Schon eine liebevoll gestaltete Station kann den Kindern – und dir – das Gefühl geben:
Hier ist Raum zum Entdecken, Fühlen, Hören, Staunen. Hier darf Lernen spielerisch und leicht sein.
Häufige Fragen zum Thema
Warum ist Fühlspielzeug in der Kita mehr als nur „nett zu haben“?
Fühlspielzeug holt Kinder dort ab, wo Lernen beginnt: bei den Sinnen. Beim Tasten, Drücken, Tragen und Stapeln werden Feinmotorik, sensorische Wahrnehmung, Sprache und Konzentrationsfähigkeit gleichzeitig angeregt – ganz ohne Förderprogramm-Charakter. So entstehen spielerische Lernanlässe, die sich für Kinder wie freies Spiel anfühlen.
Wie unterstützen große Steckbausteine die kindliche Entwicklung?
Großformatige Steckbausteine sind leicht zu greifen, stabil und belastbar, sodass Kinder darauf sitzen, balancieren und Brücken bauen können. Sie fördern logisches und problemlösendes Denken („Wie wird das stabil?“) und lassen sich mit Fühl- und Klangelementen zu vielseitigen Sinneslandschaften kombinieren. Materialien aus hochwertigem Polyethylen ohne Weichmacher und Lösungsmittel machen sie alltagstauglich vom Krippen- bis zum Vorschulalter.
Wie kann ich Fühlspielzeug, Klangspielzeug und Bausteine zu multisensorischen Stationen verbinden?
Du kannst z.B. die Bauecke zur „Sinnesbaustelle“ machen, in der große Bausteine mit Fühlsteinen und Klang-Elementen kombiniert werden. Kinder erleben dann gleichzeitig Haptik, Klang und Bewegung – etwa über einen Fühlpfad, einen Klang- und Fühlturm oder eine „Buchstaben-Baustelle“. Schon kleine Ecken reichen, um solche Sinnesinseln einzurichten.
Ab wann und wie setze ich erste Montessori-Buchstaben sinnvoll ein?
Es geht nicht darum, dass Kinder früh lesen lernen, sondern dass Sprache und Schrift sichtbar, hörbar und fühlbar werden. Du kannst Buchstaben im Bauraum verstecken, mit tastbaren Konturen nachspuren lassen oder mit Klangsignalen verknüpfen. So entstehen lockere, druckfreie erste Kontakte mit Schrift im Rahmen des freien Spiels.
Worauf sollte ich bei der Auswahl von Fühl- und Klangspielzeug für die Kita achten?
Wichtig sind schadstofffreie, unbedenkliche Materialien, da Kinder die Dinge intensiv benutzen und auch in den Mund nehmen. Achte außerdem auf Langlebigkeit, modulare Einsatzmöglichkeiten (Bauecke, Sinnesstation, Bewegungsparcours) und altersübergreifende Nutzbarkeit. So lohnt sich die Anschaffung sowohl pädagogisch als auch finanziell.
Wie integriere ich Fühlspielzeug in meinen ohnehin vollen Kita-Alltag?
Starte mit wenigen, gut durchdachten Basiselementen, die du immer wieder neu kombinierst – etwa einer kleinen Fühl-Ecke, ergänzten XXL-Bausteinen oder einer zeitlich begrenzten Buchstaben-Baustelle. Die Materialien sollen robust sein, damit sie den intensiven Alltag ohne ständige Aufsicht überstehen. So entstehen ohne großen Mehraufwand immer wieder neue Spiel- und Lernanreize.
Welchen Beitrag leisten diese Sinnesangebote zu Nachhaltigkeit und Wertevermittlung?
Robuste, wertige und liebevoll ausgewählte Materialien vermitteln Kindern, dass Dinge nicht beliebig austauschbar oder Wegwerfartikel sind. Sie lernen, sorgfältig mit ihrem Spielzeug umzugehen und dessen Wert zu schätzen. Gleichzeitig signalisierst du: „Wir achten gut auf das, womit wir spielen – es ist für uns alle da, heute und morgen.“
